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Tonia Kos PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, 10. Juni 2015

thumb_kos-portTonia Kos

Bildende Künstlerin, lebt und arbeitet in Wien

Studierte bei Prof. Eva Choung-Fux und Prof. F. Pakosta; zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland

Informationen in der Seite Kunstsammler.at

Vom Bundespräsidenten Dr. Alexander Van der Bellen den Berufstitel Professor im Sommer 2017 verliehen bekommen.

Laudatio von Heide Breuer zur Verleihung des Berufstitel "Professor" an Tonia Kos am 7.11.2017:

Laudatio Tonia Kos

von Heide Breuer


Sollte ich ad hoc das künstlerische Schaffen von Tonia Kos in kurzen Worten beschreiben wollen, so fielen mir zuerst die drei Begriffe ein: Hingabe, Leidenschaft und Konsequenz. Genauere Reflexion dieses impulshaften Gedankens bestätigen ihn. Sie hat den weiten Zeitraum von vier Jahrzehnten ihrer künstlerischen Entwicklung gewidmet und damit ein beachtliches Werk geschaffen. Ihre Arbeiten sind dem Stil des Informellen zuzuordnen, sie selbst bezeichnet sich gerne als eine der letzten Informellen. Damit hat sie ihren eigenen Stil verortet, den sie einer Ausstellung gemäß aus dem Jahr 2003 mit dem Titel Kontrollierter Zufall ihre Prägung gab. Geradlinig und unbeirrbar geht Tonia Kos ihren schöpferischen Weg. Wenn man ihre Arbeiten verfolgt, ist in der Entwicklung kein Bruch zu erkennen, kein Absturz, keine Stiländerung, sie stellen eine kontinuierliche Linie künstlerischer Qualität dar.

Tonia Kos wurde 1942 in Sachsen-Anhalt geboren und zog mit ihrer Mutter 1947 nach Wien, wo seither ihr Lebensmittelpunkt ist. Schon als junger Mensch fühlte sie sich von der Kunst angezogen. Ursprünglich absolvierte sie eine Ausbildung als Modedesignerin, später aber waren zwei Persönlichkeiten für ihren künstlerischen Werdegang prägend: Eva Choung Fux und Prof. Florentine Pakosta, bei denen sie Gasthörerin war. Die ersten Ausstellungen folgten in den 80-ger Jahren. Ihr Werdegang ist von zahlreichen Studienreisen, Symposien, Ausstellungen und Kunstmessen geprägt, die sie nach Deutschland, Italien, China, die Mongolei, Korea und Japan führten. Für ihr vielfältiges Schaffen erhielt sie zahlreiche Preise und Auszeichnungen, wie den Preis der Stadt Krems (1986), den Theodor Körner Preis (1988), den Hans Czermak-Preis (1992), und 2006 den Anne-Goldenberg-Stiftungspreis. 2004 erhielt sie den Orden von den Niederlanden und Hispanidad. Ihre Werke sind in öffentlichen und privaten Sammlungen vertreten. Darüber hinaus war und ist sie in verschiedenen Kulturinitiativen aktiv. Seit 1988 ist sie Mitglied des Kunstvereins Künstlerhaus Gesellschaft bildender Künstlerinnen und Künstler, wo sie viele Jahre als Vorstandsmitglied mitgewirkt hat. Ebenso in der Haiku-Gesellschaft und in der Berufsvereinigung der Bildenden Künstler Österreichs hat sie die Mitgliedschaft. Sie hat an verschiedenen Symposien im In-und Ausland teilgenommen und sich um die Vernetzung und den Austausch mit China und Japan verdient gemacht. Hervorheben möchte ich an dieser Stelle die enge Verbindung mit Japan, wohin es sie immer wieder zieht. 1998 hat sie in der Nähe von Hiroshima an einem Symposion teilgenommen, und dort während des 5-wöchigen Aufenthaltes ein Stahlobjekt von 3,5m Höhe geschaffen. In den Jahren 2007, 2009 und 2010 hat sie an Gruppenausstellungen im Museum Kurashiki und in der Galerie Community House in Kyoto teilgenommen. Ebenso im Jahr 2008 und 2015 fanden Einzelausstellungen in der Nagoya Galerie Syun statt. Sie hat auch für ihre japanischen KollegInnen Ausstellungsgelegenheiten in Wien ermöglicht, und so für einen regen Kulturaustausch gesorgt. KURASHKI Mit ihrer Teilnahme an weit über 50 Einzelausstellungen und rund 100 Gruppenausstellungen hat sie einen bedeutenden Platz in der Bildenden Kunst errungen. Zudem hat sie Kostüme für Theaterproduktionen entworfen, darunter viele Jahre für die Sommerfestspiele Stift Altenburg. Alle diese Aktivitäten und Interessen zeugen von einer weltoffenen und engagierten Künstlerpersönlichkeit.

Hinter diesen Eckdaten ihres Werdeganges steht ihr künstlerisches Schaffen, das überaus vielfältig und reichhaltig ist. In ihrem umfangreichen grafischen Werk befasst sie sich unter anderem mit Ätzradierungen und Lithografien. Neben der erfahrenen Beherrschung dieser Techniken zeugen diese Arbeiten von einer hohen Kontemplationsebene, sie präsentieren sich in einem starken Spannungsgegensatz zwischen dicht gestalteten und ausgesparten Flächen, und schaffen auf diese Weise assoziative Projektionsflächen.

Ich zitiere Dr. Philipp Maurer in den Wiener Kunstheften: „Charakteristisch für die Arbeiten von Tonia Kos ist die kontemplative Sinnlichkeit undeutbarer Zeichen, gestaltet aus der Vielschichtigkeit des Materials, das seine Geschichte sichtbar in sich trägt. Die Radierungen von Tonia Kos bewegen sich zwischen der konkreten Lebenserfahrung und der abstrakten Kunst-Welt.“

In ihrer Malerei ist ein großzügiger Duktus spürbar, sie verteilt strukturierte Farbflächen über die Oberfläche des Bildes, als würde diese über den Rahmen hinauswirken und ihn sprengen wollen. Man ahnt in ihren Arbeiten die uneingeschränkte Freiheit des Ausdrucks und der Gestaltung, die von innerer Sicherheit und Gelassenheit zeugt. Das wird in der Art der Pinselführung, dem zielgerichteten Strich, dem wie selbstverständlich entstandenen Dialog zwischen Farbflächen und gleichsam hingeworfener Linienführung offenbar. Farbspritzer werden zu Linien verbunden, die oft wie ein Netzwerk den Charakter des Bildes hervorheben. Aus dem Zusammenspiel verschiedener gestalterischer Momente erreicht sie den Gesamteindruck von Harmonie und Ganzheit. In jeder ihrer Arbeiten spürt man die Hingabe an den Malprozess als innere Haltung, die von der gleichen kraftvollen Sensibilität zeugen wie ihre Bilder. Tonia Kos schafft Arbeiten, in denen sich helle Flächen von kräftigen Farben abgrenzen, aber auch ineinander übergreifen, wobei starke Akzente von leuchtendem Rot oder verschiedenen Tönen von Blau den Gesamteindruck hervorheben.

So, wie ihre Bilder den Rahmen gleichsam sprengen und den umgreifenden Bereich erobern wollen, nehmen sie auch den dreidimensionalen Raum in Anspruch. Mit Dreidimensionalität hat sie sich bereits in früheren Arbeiten auseinandergesetzt, als sie bemalte Zementbilder als raumgreifende Objekte benutzte, und die schon erwähnte Stahlplastik schuf.

In ihren Gemälden gibt es immer wieder Durchblicke auf geheimnisvolles Bildgeschehen, das zu Assoziationen einlädt, oder die Künstlerin bringt kleine, quadratische Bilder an, die von den malerischen Strukturen beinahe überdeckt sind. Sie stellen einen Kontrast, ja einen zusätzlichen Gedanken dar, der aus dem Bildgeschehen heraus – oder vielleicht doch wieder assoziativ umgelenkt, hineinführt. Eindrücke entstehen, die an Kulissen oder plastische Guckkästen erinnern, darüber ein kleines Bild, mit Schnüren befestigt, angebracht ist, wie ein Fenster zum Fenster gewissermaßen, als verberge es ein verdecktes Geschehen. Es geht darum, das Sichtbare im Unsichtbaren zu enthüllen, das Verborgene entbergen (nach einer Gedankenschöpfung Heydeggers – das Wort ist hier aus dem Kontext genommen, scheint mir aber in diesem Fall sehr treffend) d.h. also, aus dem Prozess des Malens, den sich langsam entwickelnden Strukturen und Farben, dem Entstehen einer imaginären Gedankenlandschaft, deren Deutung in einer anderen Ebene als die der Wahrnehmung liegt, und die a priori also sinnlich und nicht verstandesmäßig wahrgenommen wird, tritt das Sichtbare als erfasste innere, der eigenen Vorstellungskraft zugeordnete Interpretation zutage. Die Bilder bzw. die Bildideen kommen ja nicht aus dem Nichts, sie sind im Unbewussten verankert. Sie lösen sich im Prozess des Malens nach und nach heraus, kommen an die Oberfläche und manifestieren sich schließlich in einem langsam entstehenden Bild, als erwache man allmählich aus einem Traum, der Stück um Stück von seiner Wirklichkeit preisgibt.

Als gestalterisches Element benützt sie oft Sand, auch das Lotosblatt, das übermalt wird, ist ein immer wieder kehrendes Motiv, das figurativ einen Bildteil bestimmt, mit Kartons und Wellpappe verleiht sie ihren Bildern Plastizität, gibt Strukturen vor, die durch den Farbauftrag noch hervorgehoben werden und Lebendigkeit erhalten. Die Malerei tritt einem quasi entgegen. Lässt man den Blick auf diesen Bildlandschaften verweilen, entdeckt man immer neue Details, neue Strukturen und Zusammenhänge, Ihre Bilder transportieren eine Poetik der Farben, die stellenweise an einen Farbrausch erinnern.

Zu den Arbeiten der letzten Jahre zählen mit Tusche bemalte Bänder, die sie zu überaus poetischen Rauminstallationen gestaltet. Es sind entweder streng strukturierte, beinahe geometrisch anmutende Raumordnungen, oder aber luftige Gebilde, die den Raum wolkengleich in lockeren Bögen in einen Ort der Kontemplation verwandeln. Hier ist ihre Affinität mit der japanischen Kultur spürbar. Besonders in Arbeiten der letzten Jahre ist dieser Einfluss zu entdecken, der auch ihre hohe Sensibilität zum Ausdruck bringt. Parallel dazu finden sich Aquarelle und Tuschmalereien in ihrem Schaffen, die von der Annäherung an diesen Kulturkreis zeugen.

Ich möchte diese Feststunde zum Anlass nehmen und der Künstlerin meine herzlichen Glückwünsche zu dieser wohlverdienten Ehrung aussprechen.

 


 

Personale IN FARBE GEDACHT - Acryl auf Leinwand

Vernissage am Samstag, 13. Jänner 2018, 17 Uhr

Galerie Gleichgewicht

Zur Vernissage spielt der Wiener Künstler und Musiker Klaus Joachim Keller am Cello

 

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 Gedankenfäden, Acryl 80 x 100 cm

 

Der Cellist Klaus Joachim Keller:  klaus_joachim_keller__19_05_2016

 

 

 


Teilnahme an der Gruppenausstellung DANTE in Gleichgewicht

 

Ein Katalog der Künstlerin liegt auf. 

 

(MyPersonalContent v1.3 © Rico Pinzke)
 
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